Ultraschalldiagnostik

Gehirnsonographie

Die Ultraschalluntersuchung des Gehirns selbst ist ebenfalls durch den Schädelknochen hindurch bei den allermeisten Menschen (>80%) möglich.

In dieser Untersuchung wird ein Teil des Hirnstamms, die Nervenwasserräume und Teile des Großhirns untersucht. Durch diese Untersuchung ist es möglich, bei Patienten mit Bewegungsstörungen zwischen der klassischen Parkinsonschen Erkrankung und den sog. atypischen Parkinsonsyndromen zu unterscheiden.

Neuere Studien haben auch gezeigt, dass Menschen mit bestimmten Aufälligkeiten im Signal des Hirnstamms ein mehr als 10-fach erhötes Risiko haben, eine Parkinsonsche Erkrankung zu bekommen.

Zusammen mit anderen Tests (wie Untersuchung auf eine Riechstörung) kann die Ultraschall-Untersuchung ein wichtiger Baustein in der Diagnostik sein.

 

Gefäßultraschall

Halsarterien

Die vorderen Halsschlagadern (Karotisarterien) und die hinteren Halsschlagadern (Vertebralartreien) lassen sich mittels Ultraschall komplett und zuverlässig darstellen.

An den Karotisarterien kann man sowohl Frühformen der Gefäßverkalkung erkennen als auch relevante Verengungen darstellen. Die Darstellung einer Gefäßverkalkung kann für den Patienten sehr motivierend sein, seinen Lebensstil zu überdenken.

Bei Patienten mit bekannten Verengungen der Halsarterien ist die Verlaufskontrolle 1-2 x pro Jahr sinnvoll um die medikamentöse Therapie zu steuern.

Durch einen Ultraschall der Halsarterien lässt sich die auf den bekannten Risikofaktoren Alter, Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker, Raucherstatus und Geschlecht basierte Einschätzung wie schlaganfall- oder herzinfarktgefährdet der Patient ist, deutlich präzisieren.

Auch Patienten, die an den Halsschlagadern operiert wurden, die einen Stent erhalten haben oder auch solche die zum Beispiel enzündliche Erkrankungen (Takayasu Arteritis, Riesenzellarteritis) oder schicksalhafte Erkrankungen der Gefäße (z.B. Dissektionen) erlitten haben, bedürfen der regelmäßigen Kontrolle und der kompetenten Beratung

 

 

Hirnarterien

Verengungen der Gehirnarterien nehmen in Deutschland eher zu. Risikofaktoren sind die altbekannten, besonders wichtig scheinen aber Rauchen und Erhöhungen bestimmter Untergruppen die "rBlutfette" (Lp(a)) zu sein.

Im Gegensatz zu Verengungen der Halsarterien, sind die HIrnarterien aber keiner Operation zugänglich. Ein Stenting ist zwar möglich, jedoch risikoreich und keinesfalls generell zu empfehlen. Insbesondere bei jüngeren Patienten und bei Kindern können Vernegungen der Gehirnschlagadern die Ursache von Schlaganfällen sein. Die Ursache der Verengungen kann oftmals nicht geklärt werden, die Patienten müssen auf jeden Fall regelmäßig nachuntersuhct werden.

Nur etwa 10% aller Menschen können mit dieser Methode nicht untersucht werden, weil der Ultraschall nicht durch den Schädelknochen dringt. Bei 90% der Patienten können die Hirngefäße in hoher Qualität im gesamten Verlauf mit Ultraschall dargestellt werden.

 

Nerven- und Muskelultraschall

Muskeln und Nerven können mittels elektrischer Stimulationsverfahren (EMG / NLG / EP) auf ihre Funktion untersucht werden. Bei einigen Erkrankungen ist aber auch die Betrachtung der Strukturen sinnvoll.

So kann man beispielsweise bei einem Karpaltunnelsyndrom mit Hilfe des Ultraschalls sehr gut darstellen, wo genau der Nerv verläuft und an welcher Stelle er eingeklemmt ist.

Auch Nervenscheidentumoren lassen sich per Ultraschall exakt lokalisieren. Bei der Injektion von Botulinumtoxin kann mittels Ultraschall im Bedarfsfall exakt die Nadelposition im Zielmuskel vor Einspritzen des Medikaments dargestellt und dokumentiert werden.