Dystonien

Torticollis "Schiefhals"

Der dystone "Schiefhals" unterscheidet sich erheblich vom kindlichen Schiefhals, welcher oft durch eine Einblutung in die Halsmuskulatur entsteht. Auch der akute Schiefhals, der in der Regel nur für wenige Tage zu Bewegungseinschränkungen führt, ist von der Dystonie abzugrenzen.

Dystone Schiefhälse entwickeln sich oft eher schleichend und ohne erkennbare Ursache. Viele Patienten wissen monate- teilweise jahrelang nicht, warum sie den Kopf quasi zwanghaft in eine bestimmte Richtung drehen. Viele Patienten berichten über eine Verschlimmerung bei psychischer Belastung, weshalb vielfach auch längere Zeit psychotherapeutische Behandlungsversuche unternommen werden.

Einige Patienten können mit "Tricks" den Schiefhals phasenweise korrigieren. Die Ursache der Dystonien ist in den meisten Fällen unbekannt, es handelt sich aber mit großer Sicherheit um eine organische Erkrankung.

Eine ursächliche Therapie ist nicht bekannt, allerdings ist eine Behandlung mit Botulinumtoxin A oftmals so effektiv, dass die Beschwerden praktisch verschwinden.

Botulinumtoxin ist zur Behandlung des dystonen Schiefhalses zugelassen und wird von uns angeboten.

Schreibkrampf

Der Schreibkrampf ist eine der häufigeren "aktionsspezifischen Dystonien". Hierunter versteht man Muskelverkrampfungen insbesondere der Hand- und Fingermuskeln bei bestimmten Tätigkeiten. Oftmals ist diese Tätigkeit das Schreiben mit einem Stift.

Beim Schreiben verkrampft sich die Hand, die Finger geraten in eine Fehlstellung, der Stift kann nur noch mit Mühe aufgesetzt werden, das Schriftbild wird unleserlich.Zudem treten Schmerzen der Hand auf. Durch die Erkrankung sind die Patienten oft stark behindert, schon das Leisten einer Unterschrift kann zur Qual werden.

Die Behandlung dieser oft sehr vielschichtigen Dystonie kann mit Botulinumtoxin erfolgen, oft führt aber nicht die erste Behandlung bereits zum gewünschten Ziel. Deswegen ist eine sorgfältige Untersuchung und Aufklärung über Erwartungen und mögliche Therapieefekte notwendig. Die Injektion ist oft nur unter Zuhilfenahme von Ultraschall oder EMG-gesteuert gezielt möglich.

Wir bieten diese Behandlung in unserer Praxis an.

Blepharospasmus

Der "Lidkrampf" zählt ebenfalls zu den Dystonien, teilweise ist er auch mit unwillkürlichen Bewegungen im unteren Gesicht verbunden (Meige-Syndrom). Er führt oftmals auch zu psychischen Belastungen, weil er teilweise entstellend wirkt. So sind die Patienen in bestimmten Fällen für Minuten kaum in der Lage, die Augen zu öffnen. Dies führt zu funktioneller Blindheit und damit auch zur Unfähigkeit, beispielsweise Auto zu fahren.

Eine Behandlung mit Botulinumtoxin und nicht mit Psychopharmaka ist hier die Behandlung der ersten Wahl.

Hemispasmus fazialis

Der halbseitige Gesichtskrampf führt zum Zucken eines Augenlides mit Augenschluß und in der Regel zusätzlichem Zucken der Wangen und Lippenmuskulatur der gleichen Seite.

Oft liegt ein Reizsyndrom des Gesichtsmuskelnervs vor, der an seiner Austrittszone aus dem Gehirn von einem Blutgefäß gedrückt wird.

In der Regel ist eine Behandlung mit Botulinumtoxin so erfolgreich und so wenig einschneidend, dass operative Massnahmen unnötig sind.

Die entsprechende Injektionstherapie bieten wir in unserer Praxis an.