Schmerzen


Schmerzen sind eigentlich ein normales Warnsignal des Körpers und ein Zeichen dafür, dass die körperliche Unversehrtheit bedroht ist.

Schmerz ist zunächst eine rein subjektive Wahrnehmung, d.h. ob ein Reiz als schmerzhaft oder nicht erlebt wird, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Zudem spielt die psychische Verfassung des Menschen bei der Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung eine große Rolle. Die Intensität reicht von unangenehm bis unerträglich, und hat einen eigenständigen Krankheitswert (Chronisches Schmerzsyndrom). 

Schmerzbeschreibungen lassen sich in affektive (ein Gefühl ausdrückend, z. B. quälend, marternd, lähmend, schrecklich, heftig) und sensorische (die Sinnesqualität betreffend: stechend, drückend, brennend) Aspekte unterteilen. Der affektive Aspekt kann weiterhin in eine unmittelbare emotionale Komponente und eine emotionale Langzeitkomponente aufgeteilt werden.

Der Arzt fragt diese im Patientengespräch ab und erhält so Hinweise auf Art und Ursache des Schmerzes. Insbesondere bei häufig wiederkehrenden, sehr starken oder ungewöhnlichen Schmerzen ist auch der Neurologe gefragt. Ursächlich können neben primären Schmerzerkrankungen (wie z.B. Migränekopfschmerzen) auch andere Erkrankungen, wie degenerative Wirbelsäulenveränderungen, Neuropathien oder andere Erkrankungen sein. Diese Diagnosen erfordern oft eine ausführliche, teils mehrfach zu wiederholende Untersuchung und Verlaufsbeurteilung.

Häufige Art von Schmerzen

Kopfschmerzen

Migräne

Etwa 10% aller Menschen leiden unter Migräne, Frauen sind häufiger betroffen als Männer, Migräne tritt familiär gehäuft auf. Unter Migräne versteht man nicht notwendgerweise jeden besonders starken Kopfschmerz, die Kopfschmerzstärke kann stark variieren.

Migränekopfschmerzen sind typischerweise halbseitig, von pochendem Charakter, mit Übelkeit und teilweise Erbrechen sowie Licht- und Lärmscheu verbunden. Einige Menschen leiden auch unter einer "Aura", oft Lichtblitzen auf einer Seite des Gesichtsfeldes teilweise aber auch Sprach-, Gefühls- oder Bewegungsstörungen.

Bei der Behandlung von Migräne kann man durch bestimmte Techniken und spezifische Medikamnete die Attackendauer, welche bis zu drei Tagen anhalten kann, stark ankürzen. In einigen Fällen ist es auch sinnvoll, ein Medikament einzunehmen um Migräneattacken vorzubeugen. MiIgränepatienten sind stark gefährdet, in einen Schmerzmittelübergebrauch zu rutschen. In seltenen Fällen chronischer Migräne kann eine Injektionstherapie mit Botulinumtoxin sinnvoll sein. Wenn sie unter Migräne leidern oder wissen wollen, ob ihre Kopfschmerzen als Migräne zu bezeichnen sind, beraten wir Sie gerne.

 

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen sind die häufigsten Kopfschmerzen in Deutschland. Die Kopfschmerzen werden meist als vom Nacken kommend und sich über den Kopf ausbreitend empfunden, der Schmerzcharakter ist eher drückend, die Intensität meist mäßig, kann aber auch phasenweise "explodieren". Spannungskopfschmerzen sind oft sehr langwierig. Die Behandlung erfolgt durch Aufklärung, Entspannungsverfahren, teilweise auch Physiotherapie und manchmal Medikamente.

 

Andere Kopfschmerzen

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Krankheitssymptomen überhaupt. Nur ganz wenige Menschen haben "nie" Kopfschmerzen. Oft sind Kopfschmerzen Anzeichen einer anderen Erkrankung, wie zum Beispiel einer Entzündung der Nasennebenhöhlen. Teilweise können Kopfschmerzen aber auch Anzeichen ernsthafter Erkrankungen sein, insbesondere, wenn sie mit Sehstörungen, Erbrechen und Lähmungserscheinungen verbunden sind. Wenn sie solche Begleitsymptome erstmals in Verbindung mit neuartigen Kopfschmerzen wahrnehmen, sollten sie unverzüglich ein Krankenhaus aufsuchen! Manche Kopfschmerzarten sind aber eigenständige Erkrankungen. HIerzu zählen die Migräne, der Spannungskopfschmerz oder der Clusterkopfschmerz. Darüber hinaus gibt es noch über 100 weitere Kopfschmerzerkrankungen mit unterschiedlicher Urache, Behandlungsstrategie und Prognose. Wir beraten Sie gerne zum Thema Kopfschmerzen.

Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind in Industriegesellschaften eine der häufigsten Schmerzarten und unter nicht selten Grund für krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit. Rückenschmerzen haben oft eine starke psychische Begleitkomponente, bandscheibenvorfälle hingegen sind viel seltener als allgemein angenommen die Ursache von Rückenschmerzen. Wenn Sie an Rückenschmerzen leiden kann anhand bestimmter Zusatzsymptome wie Sensibilitätsausfällen, Schwächen in Beinen sowie eine gezielte neurologische Untersuchung herausgefunden werden, ob de Beschwerden in Zusammenhang mit Veränderungen der Bandscheiben zu sehen sind oder mit anderen Teilen der Wirbelsäule in Verbindung zu bringen sind.